Für alle, die ein Auslandstertial planen habe ich hier ein paar wertvolle Tipps zu den zu beachtenden Formalitäten.
Das ist der Stand Juli 2009, Änderungen vorbehalten.
Viel Erfolg!
Das wird alles benötigt:
1. Aquivalenzbescheinigung bei Tertialsplittung – vom deutschen Lehrkrankenhaus ausgestellte Bescheinigung der 2. Tertialhälfte des geplitteten Tertials, dass sich die Ausbildung im Ausland gut zu dem in Deutschland absolvierten Teil ergänzt.
2. Herr Drolshagen/Dekan: [Auf Grundlage des Dokumentes(1.)] Ausstellung der Bescheinigung zur sinnvollen Ergänzung des gesplitteten Tertiales im Ausland und der im Lehrkrankenhaus absolvierten Tertialhälfte. Diese Bescheinigung wird an das LPA direkt weitergeleitet.
http://www.med.uni-frankfurt.de/stud_med/pj/index.html
3. Bescheinigung zur Gleichstellung in der ausländischen Universität
(von deren Dekan unterschrieben mit Universitätsstempel)
[Link: http://www.rp-giessen.hessen.de/irj/RPGIE_Internet?rid=HMdI_15/RPGIE_Internet/sub/368/36860006-1419-fd11-4fbf-1b144e9169fc,,22222222-2222-2222-2222-222222222222.htm (Ausfüllbare Statusbescheinigung)]
4. Bescheinigung des Krankenhauses im Ausland plus beglaubigte Übersetzung (falls Landessprache nicht deutsch oder englisch). (Tipp: Am Besten selbst übersetzen und anerkennen lassen- Stempel nicht vergessen zu übersetzen. Der Endpreis zum Übersetzen wird dann nicht so teuer)
(siehe obigen link: Ausfüllbare PJ- Bescheinigung in der jeweiligen Landessprache)
5. Antrag zur Anerkennung der Auslandstertiale für LPA
(Link habe ich leider nicht gefunden, Dokument wurde mir im LPA zum Ausfüllen gegeben)
6. Bearbeitungsgebühr überweisen
(Überweisungsträger wird nach Abgabe aller nötigen Dokumente zugesendet)
Sonstige Links:
Download Uni Frankfurt- Wichtiges zum PJ:
http://www.med.uni-frankfurt.de/stud_med/pj/download/faq-PJ_.pdf
Regierungspräsidium Giessen:
http://www.rp-giessen.hessen.de/irj/RPGIE_Internet?cid=18a71aebe75fd57b12f18a0b0f6e3bc9
PJ- Informationsbroschüre:
http://www.uni-marburg.de/fb20/studium/studiengaenge/humanmedizin/pj/lpainfopjausland
Wo finde ich was:
http://www.impp.de/index.php?id=10
oder:
http://www.uni-frankfurt.de/studium/beratung/pruefungsaemter/index.html#Pramt-FB16
(Aktuelle Adresse für Auslandsanerkennungen:
Hessisches Landesprüfungs- und
Untersuchungsamt im Gesundheitswesen
Abt. II - Akademische Gesundheitsberufe
Walter-Möller-Platz 1
60439 Frankfurt am Main
Im Nord- West Zentrum, U-bahn U1)
Andere Erfahrungsberichte:
http://www.thieme.de/viamedici/medizinstudium/pj_artikel/ausland.html
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Donnerstag, 23. Juli 2009
Donnerstag, 16. Juli 2009
Zertifikat für Landesprüfungsamt spanisch-deutsch: Innere Medizin
Was sollte alles in der Ausbildungsbescheinigung stehen?
Das könnt Ihr auf der vom Landesprüfungsamt ausgegebenen Informationsbroschüre nachlesen. Der folgende Text war mein Vorschlag und meine Übersetzung:
Beispieltext auf Spanisch:
La estudiante de medicina Verena Woerner ha cumplido con los siguentes trabajos en las jornadas del servicio de medicina interna:
•Examinación de pacientes
•Confección de historias clínicas
•Curación de heridas de decubito
•Descripciones escritas de epicrisis, interconsultas con especialistas,
recetas médicas
•Presentación de pacientes durante la visita
•Toma de muestras de análisis: líquido cefaloraquideo, líquido pleural,
sangre venosa y arterial, líquido ascítico
Asimiso ha particpado en los siguientes procedimientos diagnósticos:
- Toracocentesis
- Paracentesis
- Punción lumbar
- CPRE (Colangiopancreatografia Retrogrado Endoscopica)
- Gastroscopia
- Endoscopia
- Broncoscopia
- Tomografía sin y con contraste
- Exámenes radiográficos
- Ecografías
Además la estudiante ha realizado:
•Trabajos en la sección de emergencia
•Guardia nocturna cada 4 dias
•Interconsultas con especialistas
•Participación y apoyo en las consultorios externos de neumología y otras
especialidades de medicina como la unidad de cuidados intensivos
•Presentación de Radiografias
Verena Woerner ha participado asimismo en casos clínicos y exposiciones científicas como ponente y audiente con estudiantes, residentes de medicina y médicos especialistas
Übersetzung:
Die Medizinstudentin Verena Wörner hat folgende Arbeiten auf der Station der Inneren Medizin erledigt:
•Klinische Untersuchung von Patienten
•Anamnese/ Anfertigung von Krankenakten
•Dekubitus- Wundversorgung
•Entwürfe von Epikrisen, Teilnahme an Fachkonsilen, Verfassen von Rezepten
•Patientenvorstellung während der Visite
•Probenentnahme von: Liquor, Pleuraflüssigeit, venösem und arteriellem Blut, Ascites
Außerdem hat sie an folgenden Untersuchungen teilgenommen:
•Thorakozentese
•Parazentese
•Lumbalpunktion
•ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie)
•Gastroskopie
•Endoskopie
•Bronchoskopie
•Computertomografie mit und ohne Kontrastmittel
•Radiologische Untersuchungen
•Ultraschalluntersuchungen
Außerdem hat die Studentin Folgendes erfüllt:
•Arbeiten in der Notaufnahme
•Nachtdienst/ Nachtwache jeden vierten Tag
•Konsile mit Spezialisten
•Teilnahme und Mithilfe in externen Fachpraxen der Pulmologie und anderen
Fachgebieten der Inneren Medizin sowie auf der Intensivstation
•Präsentation von Röntgenbildern
Zudem hat Verena Wörner an klinischen Fallpräsentationen aktiv teilgenommen und selbst wissenschaftlich vor Studenten, Assistenzärzten und Fachspezialisten der Inneren Medizin exponiert.
Das könnt Ihr auf der vom Landesprüfungsamt ausgegebenen Informationsbroschüre nachlesen. Der folgende Text war mein Vorschlag und meine Übersetzung:
Beispieltext auf Spanisch:
La estudiante de medicina Verena Woerner ha cumplido con los siguentes trabajos en las jornadas del servicio de medicina interna:
•Examinación de pacientes
•Confección de historias clínicas
•Curación de heridas de decubito
•Descripciones escritas de epicrisis, interconsultas con especialistas,
recetas médicas
•Presentación de pacientes durante la visita
•Toma de muestras de análisis: líquido cefaloraquideo, líquido pleural,
sangre venosa y arterial, líquido ascítico
Asimiso ha particpado en los siguientes procedimientos diagnósticos:
- Toracocentesis
- Paracentesis
- Punción lumbar
- CPRE (Colangiopancreatografia Retrogrado Endoscopica)
- Gastroscopia
- Endoscopia
- Broncoscopia
- Tomografía sin y con contraste
- Exámenes radiográficos
- Ecografías
Además la estudiante ha realizado:
•Trabajos en la sección de emergencia
•Guardia nocturna cada 4 dias
•Interconsultas con especialistas
•Participación y apoyo en las consultorios externos de neumología y otras
especialidades de medicina como la unidad de cuidados intensivos
•Presentación de Radiografias
Verena Woerner ha participado asimismo en casos clínicos y exposiciones científicas como ponente y audiente con estudiantes, residentes de medicina y médicos especialistas
Übersetzung:
Die Medizinstudentin Verena Wörner hat folgende Arbeiten auf der Station der Inneren Medizin erledigt:
•Klinische Untersuchung von Patienten
•Anamnese/ Anfertigung von Krankenakten
•Dekubitus- Wundversorgung
•Entwürfe von Epikrisen, Teilnahme an Fachkonsilen, Verfassen von Rezepten
•Patientenvorstellung während der Visite
•Probenentnahme von: Liquor, Pleuraflüssigeit, venösem und arteriellem Blut, Ascites
Außerdem hat sie an folgenden Untersuchungen teilgenommen:
•Thorakozentese
•Parazentese
•Lumbalpunktion
•ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie)
•Gastroskopie
•Endoskopie
•Bronchoskopie
•Computertomografie mit und ohne Kontrastmittel
•Radiologische Untersuchungen
•Ultraschalluntersuchungen
Außerdem hat die Studentin Folgendes erfüllt:
•Arbeiten in der Notaufnahme
•Nachtdienst/ Nachtwache jeden vierten Tag
•Konsile mit Spezialisten
•Teilnahme und Mithilfe in externen Fachpraxen der Pulmologie und anderen
Fachgebieten der Inneren Medizin sowie auf der Intensivstation
•Präsentation von Röntgenbildern
Zudem hat Verena Wörner an klinischen Fallpräsentationen aktiv teilgenommen und selbst wissenschaftlich vor Studenten, Assistenzärzten und Fachspezialisten der Inneren Medizin exponiert.
Dienstag, 23. Dezember 2008
Praktikum im Hospital Goyeneche in Arequipa/ Peru
(Verena Wörner Oktober 2008)
Durch Internetrecherche auf der Suche nach einem Praktikumsplatz in einem landestypischen peruanischen Krankenhaus bin ich vor etwa einem Jahr zufällig auf die Emailadresse von Dr. Chirinos aus dem Hospital Goyeneche in Arequipa gestoßen.
Zwei Studenten haben mir ihn als sehr kooperativen und netten Arzt beschrieben, woraufhin ich nicht zögerte und ihm meinen Wunsch mitteilte in seinem Krankenhaus zwei Monate mitzuarbeiten um weitere Einblicke in das peruanische Alltagsleben und das Gesundheitssystem zu erlangen und meine Sprachkenntnisse aufzubessern.
Mein Interesse an seinem Beruf und der Kultur stimmten ihn dazu alle Hebel in Bewegung zu setzen und eine Zusage von seinem Chef zu erlangen.
(Verena Wörner Oktober 2008)
Durch Internetrecherche auf der Suche nach einem Praktikumsplatz in einem landestypischen peruanischen Krankenhaus bin ich vor etwa einem Jahr zufällig auf die Emailadresse von Dr. Chirinos aus dem Hospital Goyeneche in Arequipa gestoßen.
Zwei Studenten haben mir ihn als sehr kooperativen und netten Arzt beschrieben, woraufhin ich nicht zögerte und ihm meinen Wunsch mitteilte in seinem Krankenhaus zwei Monate mitzuarbeiten um weitere Einblicke in das peruanische Alltagsleben und das Gesundheitssystem zu erlangen und meine Sprachkenntnisse aufzubessern.
Mein Interesse an seinem Beruf und der Kultur stimmten ihn dazu alle Hebel in Bewegung zu setzen und eine Zusage von seinem Chef zu erlangen.
Also stellte ich mich Anfang August bei ihm und seinen Kollegen aus der Inneren Medizin persönlich vor.Das Hospital Goyeneche ist heutzutage das ärmste Krankenhaus der Stadt mit einer langen, traditionsreichen Geschichte. Bereits 1871 entstand die Idee vom Erzbischof José Sebastián de Goyeneche aus Lima dieses Krankenhaus in Arequipa zu errichten. Nach engagierter Organisation wurde1904 der erste Grundstein von dem Präsidenten José Pardo gelegt, im Februar des Jahres 1912 wurde die medizinische Tätigkeit in der Anlage aufgenommen. Es entstand eine Konstruktion aus Stationen, Operationssäalen, Wirtschaftsgebäuden, Kathedrale und- zu damaliger Zeit- über sechzig Gärten.
Voller Stolz berichtete man in den Medien von der Eröffnung des Krankenhauses wegen seines Komforts, seiner Schönheit im gotischen Baustil und Einzigartigkeit in Südamerika.
Leider ist von diesem Reichtum heute nichts mehr übrig.
Nur die alten Fassaden und Bilder und die kleinen Gartenanlagen in denen Palmen stehen, von der aus man den Vulkan Misti bewundern und Kolibris beobachten kann erinnern an die damalige Schönheit des Gebäudekomplexes.
Leider ist von diesem Reichtum heute nichts mehr übrig.
Nur die alten Fassaden und Bilder und die kleinen Gartenanlagen in denen Palmen stehen, von der aus man den Vulkan Misti bewundern und Kolibris beobachten kann erinnern an die damalige Schönheit des Gebäudekomplexes.

Im Krankenhaus finden sich auf zwei langen Fluren Praxen verschiedenster Fachrichtungen, chirurgischer und medizinischer Fachbereiche. Als stationäre Bereiche finden sich die Innere Medizin, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Chirurgie, eine spezialchirurgische Station, Onkologie und Strahlentherapie mit Stationen zu je circa 30 Betten.
Zur Diagnostik und zu den Funktionsbereichen gehören unter anderem Radiologie und Computertomografie, Gastroskopie, Endoskopie, Spiroergometrie und einiges mehr.
Außerdem gibt es ein krankenhauseigenes Labor in denen die Grunddiagnostiken und die Bluttransfusionen organisiert werden. Alle weiteren Diagnostiken sind in umliegenden teureren privaten Laboren, Krankenhäusern oder Praxen zu verrichten.
Der Stationsalltag auf der Inneren Medizin ist stark von Schreibarbeit und Dokumentation der Patientengeschichten geprägt.
Der Stationsalltag auf der Inneren Medizin ist stark von Schreibarbeit und Dokumentation der Patientengeschichten geprägt.
Die Studenten im Praktischen Jahr bekommen bis zu sechs Patienten zugeteilt für deren Untersuchung und Behandlung sie zuständig sind.
Vor der Visite untersuchte ich morgens zwischen 6 und 8 Uhr meine Patienten und dokumentierte, welche Behandlungen für den Tag anstehen, ob es neue Befunde oder Ergebnisse der Untersuchungen der letzten Tage gibt und welche Patienten entlassen werden können. Von 8 bis 9 Uhr finden Präsentationen, fachliche Weiterbildungen oder eine Röntgenbesprechung mit einem renommierten Radiologen statt.
Vor der Visite untersuchte ich morgens zwischen 6 und 8 Uhr meine Patienten und dokumentierte, welche Behandlungen für den Tag anstehen, ob es neue Befunde oder Ergebnisse der Untersuchungen der letzten Tage gibt und welche Patienten entlassen werden können. Von 8 bis 9 Uhr finden Präsentationen, fachliche Weiterbildungen oder eine Röntgenbesprechung mit einem renommierten Radiologen statt.
Nach der Visite, in der die Konsile mit fachfremden Ärzten, Medikamentenumstellungen und Behandlungspläne mit dem zuständigen Arzt besprochen werden, müssen die Rezepte, Laboruntersuchungen und Zuweisungen für den heutigen Tag handschriftlich, je nach Versicherung in doppelter Ausführung, geschrieben und an den Patienten beziehungsweise seinen Familienangehörigen weitergegeben werden. Auch das Verfassen der Entlassbriefe war mit unendlicher Schreibarbeit auf einer alten Schreibmaschine verknüpft. Schwierig und viel Arbeit machen vor allem die unterschiedlichen Versicherungen, die oft von den Patienten direkt vor der stationären Aufnahme beantragt werden, was bedeutet Formulare auszufüllen und vor allem bei Entlassung alle Medikamente und gebrauchten Materialien aufzulisten, die von dem einen Patienten während seines Aufenthaltes benötigt wurden.Dass die Untersuchungen oder Medikamente bezahlt werden können ist nicht immer selbstverständlich, auch wenn im Hospital Goyeneche mit drei Sozialhilfsarbeitern und der SIS (Seguro Integral de Salud) versucht wird allen Patienten zumindest eine Grundversorgung zu ermöglichen. Fest steht, dass wer trotz der angebotenen Hilfen keine Finanzierung leisten kann, leider auch nicht behandelt werden kann. Viele obdachlose, von ihren Familien verstossene, arbeitslose Personen warteten täglich hoffnungsverloren in ihren Betten und konnten- ob behandelt, geheilt oder auch nicht- erst entlassen werden, wenn jemand ihren Aufenthalt im Krankenhaus bezahlte.
Die Uhren ticken sehr langsam im Krankenhaus, bis alle Rezepte geschrieben, an verschiedenen Orten der Preis vermerkt und letztendlich an der Kasse bezahlt wurde um dann das Gekaufte abzuholen, mussten sich die Familienmitglieder der Patienten an vielen Menschenschlangen anstellen, warten und hoffen, dass die geforderte Untersuchung oder die Medikamente bezahlt werden konnten.
Um einen Arzttermin in einer der vielen Praxen zu bekommen musste man sehr früh aufstehen, schon ab vier oder fünf Uhr morgens vor dem Krankenhaus stehen um für sich selbst oder den Verwandten einen Termin für die gewünschte Untersuchung am gleichen Tag zu ziehen und zu zahlen. Kalender in denen Termine vorgemerkt werden gibt es so gut wie gar nicht.
Von 12 bis 13:30h gab es für medizinisches Personal kostenloses Mittagessen in der Kantine. Für die Nachtdienste bekam man Milch, eine Orange und eine kleine Kekspackung und es bestand die Möglichkeit in einem kleinen Raum mit zwei Hochbetten zu übernachten.
Ich wohnte in einem extra Zimmer bei einer peruanischen Familie etwa 20 Minuten im Combi vom Krankenhaus entfernt. Leider waren die Fahrgelegenheiten sowohl morgens als auch abends ziemlich überfüllt. Deshalb lernte ich auf der Suche nach alternativen Strecken das schöne Stadtzentrum acht Blöcke entfernt vom Hospital Goyeneche kennen und fand mein Lieblingsrestaurant, in dem es eine riesige Portion Palta Rellena zu einem angemessenen Preis gab. Ausserdem gab es in unmittelbarere Umgebung ein kleines Café mit Sandwichzubereitung und Marktstände, in denen ich mich mit Salchipapas ab und zu verwöhnte.Nach meinen fünf Wochen auf der Männerstation mit gemischten sehr interessanten und abwechslungsreichen Krankheitsbildern konnte ich noch drei Wochen in der Notaufnahme des Krankenhauses mitarbeiten und Patienten aufnehmen, untersuchen und auf der Überwachungsstation behandeln, an Konsilen mit Fachspezialisten teilnehmen um einen eventuell anstehenden Krankenhausaufenthalt zu planen und zu organisieren. Durch die Vielfalt und die Masse unterschiedlichster Patienten habe ich einen sehr guten Einblick in die Arbeit in der Notaufnahme bekommen und wertvolle Erfahrungen sammeln können.
Eigentlich sollte ab Sommer 2008 schon die neue und moderne Notaufnahme eröffnet werden, die von der Strasse aus mit einer tollen Gartenanlage zu bewundern ist.
Leider war die Eröffnung trotz eines Brandes im September 2008 bei dem die Aufenthaltsräume und Betten der Studenten im Praktischen Jahr, die sich über der Notaufnahme befanden und völlig zerstört wurden, wegen fehlender Finanzierung und dadurch mangelnder Innenausstattung und Technik bisher nicht möglich.
Man wartet auf eine Geldspritze aus bisher noch ungeklärter Quelle um das neue Gebäude in Betrieb zu nehmen.

Statt der anstehenden Einweihung wurden Zimmer aus der im Krankenhaus enthaltenen Klinik zu den Praxen der Notaufnahme und ein Flur vor der chirurgischen Klinik zu dem Überwachungsbereich der Notaufnahme umfunktioniert. Nach einigen Tagen und einem neuen Anstrich konnte wenigstens der Funktionsbereich der Notaufnahme nach dem Brand wieder seinen Betrieb aufnehmen.
Bei fachlichen und sonstigen Fragen konnte ich mich an die Ärzte, Studenten oder das Personal des Krankenhauses richten, die mir meistens freundlich Auskunft gaben. Ich wurde sehr gut in den Krankenhausalltag integriert, musste allerdings auch sehr viel Eigeninitiative zeigen und sollte eigenständig Aufgaben übernehmen. Mir gefiel es, dass ich sehr viel Patientenkontakt hatte, musste deshalb aber leider auch unendlich viele Schreibaufgaben lösen. Meine Arbeitszeit war Montag bis Samstag von ca. 6:30h bis offiziell 16h, was aber nie so eingehalten werden konnte wegen der Formalitäten, die nachmittags noch auszufüllen und zu erledigen waren. Außerdem gab es zweimal wöchentlich Nachtdienst, was ein 36 Stunden Dienst ist- Wenn der Dienst auf einen Sonntag fiel: Sonntag morgens 7h bis Montag 16h- und kein Wochenende oder Ausgleichstag.
Während meines Aufenthaltes kam es zu einem landesweiten Ärztestreik der immer wieder Gruppen mit Kameras und Sprachaufzeichnungsgeräten zu Interviews in das Krankenhaus lockte. Die Arbeit wurde weiterhin von den Studenten im Praktischen Jahr verübt, wie auch vor dem Streik, auch die Ärzte waren zur Visite und bei Notfällen bis auf einige wenige schlechte Vorbilder rufbereit. Einzig gab es keine Besucherschlangen zur Terminvereinbarung an der Kasse, da die Arztpraxen geschlossen waren. In der letzten Streikwoche wurde durch eine krankenhausinterne Hilfsaktion eine kostenlose Behandlung in Zelten auf dem Krankenhausgelände bereitgestellt.
Zur Anerkennung meines Praktikums in Deutschland benötigte ich einen Universitätsstempel. Es gibt zwei Universitäten, von denen Studenten im praktischen Jahr an unterschiedliche Krankenhäuser in Arequipa verteilt werden. Glücklicherweise erklärte sich der Dekan der ersten Universität „Universidad Católica de Santa Maria“, eine private Universität, bei der ich
nach einem Stempel für mein Praktikum am Hospital Goyeneche fragte, bereit mir kostenfrei eine Unterschrift zu geben und verwies mich gleichzeitig an das Büro für internationale Kontakte, das bereits mit weiteren Universitäten aus Lateinamerika, Nordamerika und Europa Abkommen zum Studentenaustausch besitzt und auch sehr stark an weiterer Zusammenarbeit mit meiner Heimatsuniversität der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt interessiert ist. ich zu einem internationalen Onkologiekongress eingeladen,
durfte den neusten Ansätzen der Forschung aus Peru
und der ganzen Welt lauschen und traditionelle Speisen
in einem der schönsten Hotels der Stadt genießen.
Bei weiteren Fragen zur Praktikumsorganisation, zu Unterkünften in Arequipa oder anderen Teilen Perus gebe ich gerne unter verena.woerner@apecia.de Auskunft
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